#3 Do I look like I' ve been crying?

Als ich endlich zuhause bin und mich in mein warmes Bett kuscheln kann bin ich unendlich froh alleine zu sein. Der heutige Tag war schrecklich, so leer wie heute habe ich mich lange nicht mehr gefühlt. Zu müde um ein Dauerlächeln auf den Lippen zu haben, zu müde um es jedem recht zu machen.
Aber wisst ihr was am traurigsten ist? Sobald ich nicht der kleine, fröhliche Sonnenschein bin werde ich von meinen Freunden komplett ignoriert. Sie realisieren, dass es mir nicht gut geht aber anstatt auch nur ansatzweise zu probieren mit mir zu reden oder mich einfach nur zu fragen was los ist lassen sie mich lieber alleine in den Pausen sitzen und machen ihr eigenes Ding. Obwohl ich mich heute glaube jemandem anvertraut hätte, weil ich merke wie ich kaputt gehe wenn ich immer weiter alles nur in mich hineinfresse ohne mit jemandem darüber zu reden.
Ich selbst, würde mich als einen Mensch bezeichnen, der für jeden nur das Beste will, seine eigenen Bedürfnisse zurücksteckt nur um anderen zu helfen. Und das ist der Dank dafür? Dafür, dass ich immer für sie da bin, ihnen zuhöre und helfe wo ich nur kann? Ich verstehe nicht wie man so undankbar sein kann, und das alles macht mich so unfassbar traurig und verletzlich. Ich bin so unwichtig für sie.

Aber wenigstens lief es heute mit dem Essen gut, 3x einen Activia Joghurt und morgen steht nur Suppe auf dem Plan. Hoffentlich bekomm ich dann Samstag morgen die 57,x auf der Waage zu sehen. Wenigstens etwas auf das ich mich freuen kann.




#2 Always the fat one

Schule, fünfte Stunde: Schwimmen. Ich trödele in der Umkleide rum, sage meinen Mädels, dass sie nicht auf mich warten müssen und schonmal ins Becken gehen können. Nun bin ich alleine, stehe vor dem Spiegel und betrachte mich im fahlen Licht der Umkleidekabine. Angst steigt in mir auf. Ich will da nicht raus, ich will nicht, dass jeder meine monströsen Oberschenkel und meinen aufgeblähten Bauch sieht. Aber ich muss, ich habe mich schon vor den letzten Schwimmstunden mit Ausreden und gefälschten Entschuldigungen  gedrückt.
Als ich endlich fertig umgezogen bin, und aus der Dusche komme habe ich Glück; jeder ist schon im Wasser und wärmt sich auf, meine Lehrerin sitz am Rand und geht irgendwelche Listen durch. Es sieht mich also niemand. Ich atme einmal kurz durch und husche so schnell es geht zum Beckenrand und lasse mich ins Wasser gleiten. Es ist kalt aber sofort fällt ein großer Teil Anspannung von mir ab und nachdem ich meine ersten paar Bahnen geschwommen bin fühle ich mich sogar fast schon gut. Früher habe ich das schwimmen geliebt, mein Kopf schaltet sich dabei immer aus und es zählen nur die gleitenden, zügigen  Bewegungen und das Wasser um einen herum, mehr nicht.
Aber heute wird das alles durch meine Selbstzweifel und meinen Hass auf meinen eigenen Körper zerstört und als wir aus dem Becken kommen müssen und jeder alleine vorschwimmen muss habe ich das Gefühl, dass alle Augen auf meinen fetten Bauch gerichtet sind. Am liebsten würde ich am sterben vor Scham, im Erdboden versinken.
Warum muss ich aber auch immer so viel essen? Warum habe ich mich nicht mehr so wie früher unter Kontrolle? Warum bin ich immer die Dickste von allen?





#1 Let's begin

Hallo ihr Lieben!
Das hier ist mein erster Blog, mein erster Blogeintrag, und ich habe noch gar keine Ahnung wie das hier alles funktioniert. Aber ich habe in letzter Zeit so viel inspirierende, motivierende, warmherzige Blogs gefunden und gelesen, so dass es mir schon die ganze Zeit in den Finger kribbelt auch anfangen zu schreiben.
Ich werde hier hauptsächlich über meinen täglichen Kampf mit meinem Körper und der Suche nach Perfektion berichten, auf der anderen Seite will ich aber auch nicht, dass sich alles nur ums abnehmen dreht. Mal schauen.
Über mich selber gibt es nicht viel zu sagen, ich denke ihr werdet mich im Laufe der Zeit gut genug kennen lernen.
Ich glaube nicht, dass das hier überhaupt jemand lesen wird, aber vielleicht hilft es ja auch mir irgendwie ein kleines Stück Struktur und Ordnung in mein Leben und vorallem in meine Gedanken zu bringen.

Alles Liebe
Lynn